Ein Hingucker ist er auf jeden Fall, der Suzuki LJ80, so wie er blau schimmernd, mit viel Liebe zum Detail aufgearbeitet bei uns auf dem Parkplatz steht. So oder so wäre er uns im Gedächtnis geblieben. Richtig interessant ist es jedoch erst, als wir seinen Besitzer Peter kennenlernen, ohne den der Suzuki niemals das wäre, was er heute ist – ein ganz besonderes Auto mit einer ganz besonderen Geschichte.

Peters Suzuki – Echte Handarbeit mit Hilfe von Secura

Uns hat er sie erzählt, als er freudestrahlend zur finalen Achsvermessung mit seinem Blech gewordenen Traum bei uns auf dem Hof in Moers stand – von Anfang an: Peter ist Rentner und fasst vor einigen Jahren den Entschluss, mit Max, seinem Gefährten auf vier Pfoten, im Suzuki durch ganz Deutschland zu reisen. Dafür will er noch viel in den Geländewagen investieren, ihn ganz nach seinen Wünschen aufarbeiten. Peter sieht das fertige Auto bereits vor seinem geistigen Auge. Ohne viel Erfahrung in Kfz-Handwerk und -Technik, dafür mit umso mehr Kampfgeist, Willen und Liebe zum Detail beginnt er sein Projekt, dass mehrere Jahre seines Ruhestandes mit viel Spaß und kniffeligen Aufgaben füllen sollte und einige Rückschläge bereithielt.

Unverhoffte Unterstützung

Ein guter Freund hilft ihm mit seinem Schweißgerät und bringt Peter an ein paar Abenden die Grundkenntnisse bei. Ein anderer Freund hat ein gutes Händchen für Kunststoffgießen und Glasfasermatten. Weitere Unterstützung ergab sich ganz spontan. „Beim täglichen Spaziergang mit dem Hund kam ich an einer Baustelle vorbei, wo die Straßenbauer gerade in ihrer wohlverdienten Pause waren“, erzählt Peter. „Wir kamen ins Gespräch und ich fragte, was mit den Rohren der alten Straßenschilder passieren würde.“ Nach kurzer Verhandlung ist er stolzer Besitzer von vier solcher Rohre. Mit seinen neu erlangten Schweißkenntnissen macht er sich an die Arbeit. Winkelschleifer mit Trennscheibe zur Hand, Rohre eingekürzt und auf Gehrung geschnitten. Schweißgerät an und schon wurde „gebrutzelt“. Wenig später hat er seine erste eigene Stoßstange fertig. Die zweite folgt wenig später.

Vor den interessierten Augen des Vierbeiners Max nimmt die Aufarbeitung des individuellen Offroaders seinen Lauf. Die Ladefläche wird zugebaut. Unten Platz für Gepäck und wichtiges Erste-Hilfe-Werkzeug für die Tour, oben drauf ein Wohlfühlkäfig für seinen vierbeinigen Freund. „Die Kotflügel wurden mit Glasfasermatten verbreitert, da diese die Laufflächen die Reifen nicht vollständig abgedeckt hatten, wie der TÜV es verlangt“, erklärt Peter. „Zudem habe ich die Elektrik wieder instandgesetzt und diverse Lampen ausgetauscht.“

Das Auto kommt Peters gedanklichem Bild seines Traumes immer näher. Die Freude auf die Reise wir immer größer. Er spart bereits für die anstehende Achsvermessung. „Schließlich möchte ich beim TÜV ein vorbildliches Fahrzeug vorführen“, so Peter. Als er das Geld fast zusammen hat, kommt jedoch eine unerwartete Wendung.

Vom Schicksal ausgebremst

Urplötzlich wird Max krank und wenig später steht fest, es gibt keine Hoffnung mehr für den guten alten Freund. „Er musste eingeschläfert werden“, erzählt Peter mit tränenerstickter Stimme. „Meine gesamten Ersparnisse musste ich investieren, aber für meinen Freund, der mir jeden Tag zur Seite stand, war es für mich das mindeste was ich tun konnte.“ Die Reise steht vor dem Aus. Nach dem Tod von Max möchte Peter zunächst nicht mehr weiterarbeiten.

Nach einer Auszeit entscheidet er sich schließlich, den Suzuki doch fertigzustellen. Er will auch ohne Max an seinem Traum festhalten und weitermachen. Den Hundekäfig braucht Peter jetzt nicht mehr. „Traurig aber wahr“, sagt er. In seiner Garage hat er noch einen alten Motor und ein Getriebe gelagert. Beide Teile reinigt er feinsäuberlich und befreit sie von Öl und Fett. Anschließend lackiert und versiegelt er die Teile in feinster Manier, damit sie auch witterungsbeständig sind und montiert sie als Eyecatcher auf die Ladefläche

Mit neuer Kraft ans Werk

„Als alles meinen Vorstellungen entsprach, habe ich die Karosserie tagelang geschliffen, damit sie lackiert werden konnte“, erzählt er. Seine Motivation steigt wieder von Tag zu Tag. Immer wieder hat Peter neue Ideen. Überall werden noch Verbesserungen und optische Akzente gesetzt. Formen aus alttäglichen Gegenständen halten als Gießformen für sein Epoxidharz her. Als das Auto fertig ist, machte er schließlich den Termin bei uns. Früh morgens war er beim Straßenverkehrsamt, holte sich Kurzzeitkennzeichen und steht anschließend zwei Stunden früher als terminlich vereinbart bei uns auf dem Hof. “Weil ich sehr aufgeregt war und es nicht mehr erwarten konnte“, berichtet er freudestrahlend.

Bei diesem Besuch erzählte er uns seine Geschichte. Die Geschichte von Peters Suzuki. Vom Hof fuhr er winkend und hupend voller Freude, dass sein mühevoll aufgearbeitetes Auto nun einige Touren mit ihm machen wird.